Die Trojanischen Fahrzeuge

Bilder von Patricia Escriche

Ausstellungseröffnung
mit Ergebnissen des Workshops von StiftungFREIZEIT
im Rahmen des Projekts Er(be)leben
mit Schülern des John-Lennon-Gymnasiums
Freitag 30.11.18,12 Uhr, Alte Münze
Molkenmarkt 2, 2.OG, Berlin
Ausstellungsdauer 1.-9.12.18


Die Geschichte des Trojanischen Pferdes, kennen wir. Aber die Geschichte der Trojanischen Fahrzeuge wurde am 29.11 erstmals erzählt. Am Strausberger Platz nahmen diese in Gegenrichtung des fossil betriebenen Verkehrs Fahrt auf. Im Bauch der Trojanischen Fahrzeuge steckte die Frage, was möglich wäre, wenn man Strassen nicht nur nützen würde, um den öffentlichen Raum mit Autos zu okkupieren. Lautstark wurden diese Möglichkeiten von den Fahrer*inne in alle Richtung gerufen.

Die Architektur der Karl Marx Allee und dem Straußberger Platz entstand aus einer machtpolitischen Vision. Sie war das Konkurrenzmodell zur IBA im Hansaviertel im ehemaligen Westberlin. Heute zeigt sich am Straußberger Platz ein Konkurrenzkampf im Rahmen der Mobilität um den öffentlichen Raum: Mensch gegen Auto, eine Insel umkreisend. Die Fahrer*innen der trojanischen Fahrzeuge saßen dabei höher als die anderen Verkehrsteilnehmer und symbolisierten, dass der Mensch das Maß des öffentlichen Raums ist.

Er(be)leben ist ein Projekt von iCollective und Zuloark 




















Die Modelle
Die Trojanischen Fahrzeuge wurden von den Schüler*innen gestaltet und gebaut. In maßstäblichen Modellen wurden unterschiedliche Typologien ausprobiert. Davon wurden zwei Vorschläge für den Fahrzeugbau ausgewählt: der Fisch, einerseits in Anlehnung zum Trojanischen Pferd und anderseits weil dieser am liebsten seine Runden auf der Insel im Strausberger Brunnen schwimmen würde, und die Fassade im Umriss eines Autos, in kritischer Anlehnung an die historisierenden Fassaden der Karl Marx Allee.



Die Demo
Die Schüler*innen beschäftigten sich mit dem politischen Erbe des Ortes und stellten daraus heutige Bezüge her. Sie setzten sich mit Regeln, Meinungen und Machtpositionen, die den öffentlichen Raum bilden, auseinander. Auf Kartons demonstrierten sie auf der Strasse ihre Wünsche und Ideen für die Stadt.